FAQ - Fragen und Antworten zum Restaurieren von Bildern

Wenn ein Gemälde jahrzehntelang nicht gereinigt wurde, weist es oft deutliche Verschmutzungen der Oberfläche auf. Sie entstehen z. B. durch Nikotin- und Rußablagerungen, aber auch durch Exkremente von Stubenfliegen. Konservatorisch sind sie eher unbedenklich, sie beeinträchtigen aber die Farbigkeit des Bildes.  Gerne würden wir Ihnen einen Betrag nennen, was eine Oberflächenreinigung kostet. Aber das hängt von der Größe, der Verschmutzungsart und dem Verschmutzungsgrad des Bildes ab. Dazu muss das Bild in natura begutachtet werden.
Nur anhand von Fotos können der Aufwand und damit die Kosten für die Reinigung nicht abgeschätzt werden. Kommen Sie einfach bei uns vorbei und zeigen uns Ihr Kunstwerk. Das ist für Sie ganz unverbindlich und kostenfrei.

Durch klimatische oder mechanische Einflüsse kann es bei einem Gemälde an manchen Stellen zum Abblättern der Farbe kommen. Der Restaurator nähert sich in einem mehrstufigen Arbeitsprozess dem Originalfarbton, indem er die Eintönungen in einzelnen Schritten vornimmt und sog. Retuschen.

Zum einen kann das Bild stark verschmutzt sein, zum anderen ist möglicherweise der Firnis krepiert. Häufig trifft aber auch beides gleichzeitig zu. Dann hilft nur eine Reinigung und/oder Abnahme des alten Firnisses.

 

Firnisse bilden in der Ölmalerei den Abschluss von Gemälden. Sie verleihen den Farben Brillanz und einen Schutz vor schädigenden Umwelteinflüssen. Die für den Firnisüberzug verwendeten Naturharze neigen aber im Lauf der Zeit dazu, aufgrund von Licht- und Sauerstoffeinwirkung zu vergilben. Dadurch verändert sich die Farbwirkung der Malerei mitunter erheblich. Durch eine Abnahme des dunklen Firnisses können die originalen Farben wieder zum Vorschein gebracht werden, was häufig zu einem verblüffenden Vorher-Nachher-Effekt führt. Ein Firnis muss erfahrungsgemäß alle 40-50 Jahre erneuert werden.

Es kommt vor, dass durch Lagerung oder Transport gravierende mechanische Schäden an der Leinwand entstehen, die zu weiteren Deformationen führen können, wenn diese Risse und Löcher nicht restauriert werden. Dadurch soll sicher gestellt werden, dass ein weiteres Aufreißen der Risse verhindert wird. Die entlang solcher Risse auseinander klaffende Leinwand wird auf der Bildrückseite vom Restaurator unter dem Mikroskop durch aufgeklebte Fäden miteinander verbunden und wieder geschlossen. Zur Schließung von kleinen Rissen, die früher häufig mit dicken Flicken geschlossen wurden, werden heute konservatorische Gazen und Vliese verklebt, die von der Schauseite des Gemäldes kaum wahrgenommen werden.

Keine Sorge, auch wenn sich der Schaden nicht immer komplett beheben lässt, so kann man ihn doch ganz oder weitgehend unsichtbar machen. Schimmel und Stockflecken werden durch die Einwirkung von Feuchtigkeit begünstigt und zeigen sich auf dem Papier als weiße oder bräunlich-gelbe Flecken. Nach den neuesten Erkenntnissen ist eine gründliche Reinigung in den meisten Fällen ausreichend. Die oberflächlich aufliegenden Sporen werden abgenommen und das Papier desinfiziert. Dadurch können die Sporen zwar nicht abgetötet, aber ihre Zahl bedeutend reduziert werden. Danach ist es allerdings wichtig, die Objekte trocken zu lagern.

Säurehaltige Passepartouts und Rückwände sind ein Grund dafür, dass Grafiken vergilben und einen bräunlichen Farbton annehmen. Ein spezialisierter Restaurator kann das in den meisten Fällen wieder rückgängig machen.
Heute werden bei der konservatorischen Einrahmung säurefreie Passepartouts und Rückwände verwendet.

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