Pressemitteilung Rudi Weiss - Stadt und Land

Brunnthal, im Oktober 2021

Ausstellung in der Galerie Kersten in Brunnthal

Rudi Weiss

Stadt und Land – Malerei

Der Herbst wird mit einer Ausstellung der Galerie Kersten in Brunnthal bereichert, die einige Besucher an vergangene Urlaubstage erinnern wird. Mit seinen reliefartig strukturierten Landschafts- und Stadtansichten changiert der Künstler Rudi Weiss zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Dazu gesellen sich Skulpturen von Norbert Klaus, der mit einem ganz ungewöhnlichen Material arbeitet – Reisig. Die Ausstellung findet vom 16. Oktober bis zum 13. November statt.

Man merkt schnell, dass Rudi Weiss ein Reisender zwischen Stadt und Land ist. Er nimmt Eindrücke von seinen Wanderungen oder Städtetouren mit in sein Atelier und verarbeitet sie mit Spachtel und großen Mengen von Farbe, die er in vielen Schichten aufeinander türmt und von unten nach oben kehrt. So entstehen plastische Strukturen, die einem gewissen Rhythmus folgen, und eine schillernde Farbigkeit, die durch dominierende Grautöne gezähmt wird.
Das Werk des Künstlers besteht aus drei großen Themen – Stein, Stadt und Land. Steine haben es ihm besonders angetan und sind integraler Bestandteil vieler seiner Arbeiten. Er “porträtiert” sie in kleinformatiger Serie in ihrer individuellen Gestalt, Oberfläche und Farbe, oder er bannt sie auf größere Leinwandformate als von der Brandung umtoste, schroffe Klippen oder schneebedeckte Felsformationen im Gebirge. Seine Stadtbilder bestehen, sofern sie keine wiedererkennbaren Monumente darstellen, aus kubischen Formen und sind eine Chiffre für den architektonischen Komplex der Stadt schlechthin. Steine also auch hier, diesmal allerdings nicht in ihrer natürlichen Beschaffenheit, sondern in bearbeiteter und behauener Form als essentieller Faktor im städtebaulichen Kontext.
Doch Rudi Weiss’ Interesse gilt auch dem Wasser. Seine Städte und Landschaften sind häufig von Flüssen durchzogen, von aufgewirbeltem Meer und Gischt geprägt. Dann gibt es aber auch wieder ruhige Wasserbilder, nicht selten als großformatige Ausschnitte eines Flusses oder Teichs, auf dem Blüten oder Blätter schwimmen. Sie sind oft nur als farbige Flecken im Wasser zu erahnen, entfalten aber eine ungemein irisierende und flirrende Wirkung.

Weiss’ Ölgemälde werden durch Objekte von Norbert Klaus ergänzt. Sie bestechen durch ihre Ästhetik und ihr unkonventionelles Material. Das widerspenstige Reisig wird vom Künstler in eine klare Geometrie gebannt und zu Skulpturen geformt, denen eine unwiderstehliche Spannung innewohnt und deren innerer Tumult der Äste durch die äußere Strenge limitiert wird.

Die Ausstellungseröffnung findet am 16. Oktober 2021 von 10-16 Uhr in der Galerie Kersten in Brunnthal unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln statt . Die Künstler sind anwesend.

Dauer und Öffnungszeiten der Ausstellung
16. Oktober bis 13. November 2021
Mo.–Fr. 9-12.30 und 14-18 Uhr
Sa. 10- 13 Uhr
So. 13-16 Uhr
Geschlossen am 1.11.2021

Biografie Rudi Weiss

1952 Geboren in Ingolstadt/ Donau
1975–1980 Studium an der Kunstakademie Stuttgart und Geographiestudium an der Universität Tübingen
1983 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg
1984 Stipendium des Landes Baden-Württemberg nach Paris in die Cité Internationale des Arts
1993 Stipendium der Deutschen Akademie Rom in der Casa Baldi in Olevano Romano
2001 Preisträger des Nagolder Kunstpreises
2003 Stipendium Kavalierhaus, Langenargen/Bodensee
Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg

Ausstellungen (Auswahl)
2021 Galerie Kersten Brunnthal
2018 Galerie Netuschil Darmstadt (mit Armin Göhringer), 8. Biennale der Zeichnung, Kunstverein Eislingen
2017 art KARLSRUHE, Galerie Cyprian Brenner, Galerie Cyprian Brenner Schwäbisch Hall
2016 art KARLSRUHE, One-Artist-Show (Galerie Cyprian Brenner)
2015 Städtische Galerie Geislingen, Kunsthalle Tübingen, Werkschau
2014 Galerie Cyprian Brenner Hüttlingen (mit Elly Waiblen)
2013 Villa Eugenia Hechingen (mit Jürgen Knubben), Galerie Netuschil Darmstadt (mit Walter Schembs)
2012 Galerieverein Leonberg (mit Andrea Zaumseil)
2010 Zehntscheuer Rottenburg (mit Jo Winter)
2007 Städtische Galerie

Biografie Norbert Klaus

Geboren 1949 in Aalen-Unterkochen
1969 – 1973 Studium Kunst und Deutsch an der PH Weingarten
1973 – 1983 Wohnsitz in Berlin, Ateliergemeinschaft und intensive Auseinandersetzung mit Malerei und Grafik u.a. bei Peter Sorge und Maina Miriam Munsky
1983 Wohnsitz in Blaubeuren
1998 Sommerakademie Irsee bei Prof. Schoofs
2002/2003 längerer Aufenthalt und Bildhauerkurs in Italien und Bildhauerstudium an der Europäischen Kunstakademie Trier
seit 2004 Wohnsitz und Atelier in Blaustein-Weidach

Norbert Klaus hat sich für seine Skulpturen und Prägegrafiken als Arbeitsmaterial Reisig auserkoren. Die kleinen Äste werden von ihm gebändigt und in eine streng geometrische Form gebracht. Allem voran geht eine Zeichnung. Dann fertigt der Künstler ein Eisengestell, in das er die Zweige sehr verdichtet nach und nach hineinsteckt. Mit einer elektrischen Schere und einer Flex wird die Skulptur in die endgültige Form gebracht.
Für seine Prägegrafiken legt Norbert Klaus das Reisig in die gewünschte Form, legt eine dünne Folie darüber und dann das feuchte, baumwollhaltige weiße Papier. Schließlich wird alles mit großem Druck gepresst.

Frankfurt, 6-2017
Öl/Leinwand
80 x 100 cm

Bretagne, 1-2021
Öl/Leinwand
100 x 145 cm

New York, 9-2017
Öl/Leinwand
80 x 100 cm

Berge, 38-18
Öl/Leinwand
30 x 40 cm

LIED O195-14
Reisig, Holz, Farbe
ca. 50 x 22 x14,5 cm

LIED O134-12
Reisig
Durchmesser ca. 32 cm

Scroll to Top