Pressemitteilung Konkrete Kunst

Brunnthal, im Juni 2021

Ausstellung in der Galerie Kersten in Brunnthal

Konkrete Kunst

Klaus Joas, Ralph Kerstner und klassische Meister der Konkreten Kunst

Kein Gegenstand, keine Figur – Konkrete Kunst wird einzig durch Form, Fläche und Farbe bestimmt und ist dazu da, dem Chaos und Lärm der Außenwelt ordnend entgegenzuwirken. Die Ausstellung in der Galerie Kersten in Brunnthal zeigt vom 10.7. bis 14.8.2021 Arbeiten von Klaus Joas und Ralph Kerstner sowie eine Auswahl an Werken klassischer Meister der Konkreten Kunst.

Die Ruhe und Kraft, die diese Kunst ausstrahlt, liegt darin begründet, dass bei ihrer Entstehung jegliche Emotion außen vor gelassen wird. Weder leidenschaftliche Wut noch unbändige Freude sind ausschlaggebend, sondern rationales und methodisches Denken allein führt zum Ziel. Denn diese Art von Kunst ist strengen Prinzipien unterworfen: Ein konkreter Künstler konzipiert sein Werk nach mathematisch-geometrischen Regeln und entwickelt es zunächst einmal vollständig im Kopf, bevor er zu Werkzeug und Material greift, um es real zu erschaffen. Dabei dürfen Gefühle oder Anlehnungen an die Natur keine Rolle spielen. Im Idealfall entsteht ein Werk von rein geometrischer Konstruktion. Die beiden zeitgenössischen Künstler Ralph Kerstner und Klaus Joas zeigen in der Ausstellung der Galerie Kersten, wie es geht. Ihre Arbeiten sind Paradebeispiele für Struktur und System, Rhythmus und Methodik und spiegeln die Möglichkeiten der Konkreten Kunst im 21. Jahrhundert wider. Flankiert werden sie von „klassischen“ Vertretern wie Richard Paul Lohse, aber auch von Künstlern unterschiedlicher Spielarten der Konkreten Kunst – etwa Victor Vasarely, der die Op Art begründet hat, Georg Karl Pfahler, der für Hard Edge in Deutschland steht, oder dem Münchner Rupprecht Geiger, der ZEN 49 mitbegründet hat, die „Gruppe der Gegenstandslosen“. Entstanden ist ein spannender Mix aus konkreten Kunstwerken der vergangenen 50 Jahre, die das Auge des Betrachters entspannen, irritieren oder verblüffen.

Die Ausstellungseröffnung findet am 10. Juli 2021 von 10-16 Uhr in der Galerie Kersten in Brunnthal unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln statt . Die Künstler sind anwesend.

Dauer und Öffnungszeiten der Ausstellung

10. Juli bis 14. August 2021
Mo.–Fr. 9-12.30 und 14-18 Uhr
Sa. 10- 13 Uhr
So. 13-16 Uhr

 

Informationen zu Ralph Kerstner:

Ralph Kerstner – „Der Reiz liegt in den Dingen, die eigentlich nicht gehen.“

Das künstlerische Talent war ihm in die Wiege gelegt worden, doch musste Ralph Kerstner erst Ingenieur und erfolgreicher Unternehmer werden, bevor er seine schlummernde Begabung erweckte. Er besuchte die Städelschule und nahm darüber hinaus Privatunterricht bei Professoren und Dozenten, wobei er auch seine Liebe für die Konkrete Kunst vertiefte. Künstler der niederländischen Gruppe „De Stijl“, allen voran Theo van Doesburg, aber auch der Schweizer Max Bill hatten es ihm angetan und ihn auf seinem künstlerischen Weg stark beeinflusst.
Kerstners Arbeiten bestechen auf den ersten Blick durch ihre pure Ästhetik und Klarheit. Bei genauerem Hinsehen verblüffen sie aber auch durch die Frage nach dem Wie. Wie hat der Künstler das technisch bloß zu Wege gebracht? Gerade bei seinen Prägungen stellt sich diese Frage immer wieder aufs Neue. Zugute kommt ihm hier seine berufliche Laufbahn, während der er sich Kenntnisse erworben hatte, von denen er bei der Umsetzung seiner scheinbar nicht zu realisierenden Entwürfe enorm profitiert. Das zeigt sich auch bei seinen Skulpturen: Höchste Präzision aber auch künstlerische Freiheit sind gleichermaßen wichtig bei ihrem Entstehungsprozess. Die komplexen geometrischen Figuren bestehen aus speziellem Acrylglas, das eingelagerte fluoreszierende Substanzen enthält. Dieses Material bewirkt, dass die Flächen etwas dunkler bzw. matter erscheinen, während die Kanten extrem stark leuchten. Hinzu kommt die Transparenz der Struktur: Licht und Schatten, Raum und Bewegung lassen Kerstners Skulpturen immer wieder anders erscheinen.

Biografie Ralph Kerstner:

Der 1953 in Grafschaft bei Bonn geborene Ralph Kerstner startete zunächst eine erfolgreiche Karriere als Ingenieur und Unternehmer, indem er Klimaanlagen für Autos und Lkw herstellte. Nach dem Verkauf seiner Firma widmete er sich seiner eigentlichen Leidenschaft – der Kunst – und besuchte als Schüler von Merja Herzog-Hellstén die Abendschule der Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt. Seither arbeitet er als Künstler und verblüfft durch die reine Ästhetik seiner Papierarbeiten und Skulpturen. Sein Wissen, das er sich als Ingenieur angeeignet hatte, kommt ihm heute bei der Umsetzung seiner gewagten Entwürfe zu Gute. Permanent lotet er die Grenzen des Materials aus und perfektioniert mit selbst erschaffenen Fertigungsverfahren und handwerklicher Präzision seine Werke. Heute lebt und arbeitet der Künstler in Kronberg im Taunus.

 

Informationen zu Klaus Joas:

Klaus Joas – „Präzision ist das A und O!“

Form, Farbe, Linie und Licht – um diese zentralen Begriffe kreisen die Arbeiten von Klaus Joas. Seine Objekte aus Acrylglas sind äußerst präzise und millimetergenau nach streng geometrischen Vorstellungen gestaltet, sie spielen mit dem Licht und wechselnden Betrachtungswinkeln. In Joas’ Atelier im schwäbischen Aalen stehen Maschinen aller Art, die für den Schaffensprozess elementar sind: Eine Drehbank, eine Fräsmaschine und mehrere Kreissägen vermitteln dem Besucher den Eindruck, er befände sich in einer Werkstatt. In diesem Ambiente arbeitet der Künstler in einer Melange aus konzentrierter Stille und ohrenbetäubendem Lärm. Denn jedem seiner Objekte liegt zunächst eine intensive Kopfarbeit zugrunde – exaktes Planen und Zeichnen ist unabdingbar. Beim anschließenden Fräsen, Bohren, Sägen und Schleifen kommt hingegen das handwerkliche Geschick von Klaus Joas zum Zuge, dessen Motto „Präzision ist das A und O!“ bei diesem Arbeitsprozess wesentlich ist. So werden die farbigen Acrylglasplatten in ihre Form gebracht und genau nach Plan zusammengesteckt, geklebt oder miteinander verspannt. Die fertigen Kunstobjekte – ob an der Wand oder frei im Raum – faszinieren durch ihr Leuchtkraft. Dieses Leuchten der Platten und ihrer Kanten ist auf das Material des lichtsammelnden Acrylglases zurückzuführen, in dem fluoreszierende Partikel eingearbeitet sind, die das Tageslicht aufnehmen und es, hauptsächlich über die Kanten, wieder abgeben. Dabei reicht wenig Tageslicht aus, um eine enorme Wirkung zu erzielen und ein Leuchten wie von Geisterhand zu bewirken.

Klaus Joas’ künstlerischer Ansatz
Ständig auf der Suche nach materialgerechten Gestaltungsmöglichkeiten.
Neues entwickeln, Neues sehen, Neues erleben.
Die Vielfalt der Konkreten Kunst nutzen, aber offen für jegliche künstlerische Gestaltungsmöglichkeit bleiben.

Biografie Klaus Joas:

Klaus Joas, geboren 1948 in Wasseralfingen bei Aalen, studierte an der Kunst- und Werkschule Pforzheim und an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Gunter Böhmer. Seit 1980 ist er freischaffender Grafiker und Buchillustrator. Parallel zu seiner beruflichen Tätigkeit schuf er künstlerische Arbeiten (Druckgrafik, Zeichnung, Malerei) mit dem Schwerpunktthema „Licht“.
Heute arbeitet er bevorzugt mit lichtverstärkendem Acrylglas und ist seit mehr als zehn Jahren alljährlich auf der Art Karlsruhe vertreten.

Candycube Blau
Acrylglas
ca. 80 x 80 cm
Aufl. 5 Exemplare

Schwerelos
Bildobjekt, Bütten
85 x 85 x 8 cm
A.P.

Ohne Titel, KRO
Acrylglas mit lichtverstärkenden Elementen
ca. 35 x 35 cm
Auflage 10 Ex.

LEUQUA VIII
Acrylglas mit lichtverstärkenden Elementen
ca. 72 x 63 cm
Unikat

Try Angle
Bildobjekt, Bütten
ca. 55 x 55 x 5 cm
Auflage 25 Ex.

2KUB
Acrylglas mit lichtverstärkenden Elementen
ca. 50 x 50 cm
Unikat

Ely II
Bütten, Garn
85 x 85 x 9,5 cm
Artist Proof

Scroll to Top